31. Mai 2017

Probleme am Arbeitsmarkt analysieren und anpacken

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für den Mai 2017 erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Helmut Holter: 

„Wir haben nicht nur große Probleme bei der Integration Geflüchteter, sondern auch bei den einheimischen arbeitslosen Frauen und Männern. 18 Arbeitslose auf eine Stelle im Land- und Forstwirtschaftsbereich, acht auf eine Stelle in der Verwaltung und sieben auf eine Stelle in der Logistikbranche sind Ausdruck für den bestehenden Handlungsbedarf. Als weiteres Problem kommen über 5000 unbesetzte Ausbildungsstellen und mehr als 4000 unversorgte Schulabgänger aus dem Herbst 2016 hinzu. Und schließlich gibt es laut Statistik mehr als 25 000 Langzeitarbeitslose, mehr als 47 000 Frauen und Männer sind es tatsächlich. Das entspricht einem Anteil von 70,1 Prozent aller Arbeitslosen in M-V. 

Viel zu lange schon fährt das Land bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit auf Sicht und ruht sich auf der demografischen Entlastung aus, die sich schon jetzt als Bumerang erweist. Ohne Problembewusstsein kann ein Problem nicht gelöst werden. Leidtragende sind 158 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in fast 94 000 Bedarfsgemeinschaften, die teilweise seit Jahren im System der Grundsicherung gefangen sind.

Die von Arbeitsminister Harry Glawe angekündigten 200 Bürgerarbeitsplätze sind angesichts der Zahlen ein Tropfen auf den heißen Stein. Statt kosmetischer Hilfen ist eine genaue Analyse des Arbeitsmarktes in M-V erforderlich. Auf dieser Basis können gemeinsam mit den Sozialpartnern und anderen Verantwortlichen am Arbeitsmarkt wirksame Initiativen entwickelt werden. Der DGB und die Vereinigung der Unternehmensverbände M-V sollten endlich wenigstens ihre Forderung wirksam einklagen, wonach kein Kind in einem Elternhaus mit zwei erwachsenen Arbeitslosen aufwachsen soll.“