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Brief des Ministers an die Schulleiterinnen und Schulleiter

Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,


in wenigen Tagen endet das erste Schulhalbjahr. Für mich war es das erste
Halbjahr als Thüringer Bildungsminister. Mitte August 2017 bin ich mit
Enthusiasmus und dem Willen hierher gekommen, anzupacken und zu
verändern. Es geht schließlich um die Kinder und Jugendlichen und darum,
wie wir sie stark machen können. Und ich weiß: Sie und ich, wir teilen dieses
Ziel. Sprechen wir über die Zukunft, sprechen wir darüber, wie wir die Schule
in Thüringen besser, interessanter und liebenswerter machen können.
Sprechen wir über die Gegenwart, müssen wir uns darüber verständigen,
was erforderlich ist, um qualitativ gute Bildung jeden Tag, jede Stunde, in der
Schule zu ermöglichen.


Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen eine gute Bildung geben, damit
sie ihre Potentiale bestmöglich entfalten können. Sie sollen sich zu
selbstbestimmten Mitgliedern unserer demokratischen Gesellschaft
entwickeln. Und natürlich brauchen wir sie auch als gut qualifizierte
Fachkräfte für die künftigen Herausforderungen in Verwaltung und
Wirtschaft.


2017 war für den Freistaat Thüringen der Beginn eines bildungspolitischen
Aufbruchs. Wir haben nicht nur diskutiert und ehrlich die Lage in den
Schulen beschrieben, sondern auch Lösungen gesucht und gefunden, um
Schule heute und morgen besser zu machen.


Thüringen hat begonnen, Schule neu zu denken. Darauf können wir
gemeinsam stolz sein und auf diesem Fundament das Haus „Zukunft
Schule“ bauen. Erste Entscheidungen sind bereits gefallen.
Über 2.100 Lehrerinnen und Lehrer wurden verbeamtet. Diese Möglichkeit
steht jetzt jedem und jeder im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bei
der Einstellung offen. Schulleiterinnen und Schulleiter der Thüringer Schulen
in staatlicher Trägerschaft.

Der Entwurf des Lehrerbesoldungsgesetzes hat noch vor Weihnachten die Zustimmung des Kabinetts gefunden. Mit diesem Gesetz und dem Doppelhaushalt 2018/19 werden die Voraussetzungen für die verbesserte Entlohnung der Regelschullehrerinnen und -lehrer (A12+) geschaffen.
Die sogenannten Ein-Fach-Lehrerinnen und -Lehrer leisten an unseren Schulen eine unverzichtbare Arbeit. Deswegen werde ich auch ihnen einen verlässlichen Weg zur verbesserten Entlohnung eröffnen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen machen es erforderlich, dass hierzu eine universitäre Prüfung absolviert werden muss. Mein Bestreben ist, dass ihnen hierbei alle bereits vollzogenen Qualifizierungen (Leistungspunkte) angerechnet werden und dieser Weg zur zweiten Lehrbefähigung möglichst kurz und attraktiv ist.
Die Nachqualifizierungsverordnung für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger wurde auf den Weg gebracht. Damit schaffen wir ein weiteres Instrument, um auf besondere Bedarfe an den Schulen zu reagieren. Klar ist dabei, dass vollständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer stets Vorrang haben und jede Seiteneinsteigerin und jeder Seiteneinsteiger unseren hohen Anforderungen an einen qualitativ guten Unterricht gerecht werden muss. Den eingeschlagenen Weg werden wir weitergehen.


In der vergangenen Woche wurde vom Landtag der Doppelhaushalt 2018/19 beschlossen. Damit können wir alle frei werdenden Stellen besetzen und bis Ende 2019 rund 2.150 Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Befristeten Kolleginnen und Kollegen können unbefristete Stellen angeboten werden. Allerdings werden 600 neue Kolleginnen und Kollegen zunächst nur befristet eingestellt werden können. Ich möchte diesen Lehrerinnen und Lehrern aber eine dauerhafte Perspektive aufzeigen.


Für die Lehrerinnen und Lehrer, die bereit sind, eine andere als ihre gewählte Laufbahn einzuschlagen, sollen die Voraussetzungen für die Verbeamtung in der neuen Laufbahn und die Möglichkeit zum Wechsel zwischen den Laufbahnen geschaffen werden. Wer also auf Gymnasiallehramt studiert hat und bereit ist, an einer Regelschule zu arbeiten, kann dort im Regelschulamt verbeamtet werden. Das schließt eine spätere Neubewerbung im Gymnasiallehramt in der entsprechenden Gymnasiallaufbahn nicht aus.
Zum Schuljahresbeginn 2018/19 wird es für jede Schule ein Schulbudget geben. Es wird 30 Euro pro Schülerin und Schüler umfassen. Den Schulen soll so eine weitere Möglichkeit eröffnet werden, um ihre unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Angebote eigenverantwortlich zu gestalten.
Der 2017 begonnene Dialog mit den Schulträgern wird fortgesetzt. Mein Ziel ist es, mit den Landkreisen, Städten und Schulträgergemeinden die notwendigen Entwicklungen für Schulstandorte, Schulnetze, die Digitalisierung und Schulbauinvestitionen abzustimmen. Dafür benötigen wir klare Kriterien und Regeln. Mitnichten will und werde ich in die kommunale Selbstverwaltung eingreifen.
Noch im I. Quartal 2018 werde ich den Thüringenplan „Zukunft Schule“ und den Entwurf für die Novelle des Schulgesetzes vorlegen. Bislang fehlende, aber für die Umsetzung der Unterrichtsgarantie notwendige gesetzliche Regeln wie etwa Klassen- und Schulgrößen sollen festgeschrieben werden.


Auch die überarbeitete, den schwierigen Bedingungen gerecht werdende, Einstellungsrichtlinie wird noch in den ersten Monaten des Jahres auf den Weg gebracht. Ohne leistungsfähige Schulämter werden uns diese Vorhaben nicht gelingen. Auch sie werden personell gestärkt. So wie ich auf einen intensiven Austausch setze, halte ich eine dialogische Schulaufsicht für die richtige Beziehung zwischen Schulamt und Schule.


Für die zweite und dritte Phase der Lehramtsausbildung, die Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie für die Nachqualifizierung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger ist die kompetente und engagierte Arbeit des ThILLM und der Studienseminare eine wichtige Voraussetzung. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Beitrag dafür, dass junge Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen bleiben, gut in ihren Beruf starten können und qualitativ hohe Angebote erhalten, um für die täglichen Herausforderungen im pädagogischen Alltag gewappnet zu sein.


Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,


jeden Tag unterrichten mehr als 18.000 Lehrerinnen und Lehrer mit hohem Einsatz und persönlichem Engagement über 240.000 Schülerinnen und Schüler. Für das Gelingen des Schulalltags ist auch die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher und der Sonderpädagogischen Fachkräfte unersetzlich. Ihnen allen möchte ich herzlich danken.


In der öffentlichen Wahrnehmung wird häufig über Unterrichtsausfall, Lehrermangel und sinkendes Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler gesprochen. Das gehört zu den Schattenseiten. Um den Unterricht abzusichern, werden viele Anstrengungen in den Schulen, durch die Schulämter und im Ministerium unternommen. Ich möchte Ihr großes Engagement stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Gleichzeitig müssen wir aber noch mehr tun. Das kann nur mit Ihrer Hilfe gelingen.

Vieles muss und wird sich verändern. Gemeinsam mit allen Beteiligten. In einem Tempo, das niemanden überfordert. Mit dem Thüringenplan „Zukunft Schule“ werden wir Karte und Kompass für gute Bildung aller Kinder und Jugendlichen in Thüringen haben. Es kommt auf unsere gesellschaftliche Verabredung an, um mit Intelligenz, Kraft und Mut notwendige neue Wege gehen zu können und unser Ziel zu erreichen: Jedes Kind erreicht den bestmöglichen Schulabschluss.
Den begonnenen Dialog vor Ort werde ich fortsetzen. Wir werden uns also nicht nur auf Regionalkonferenzen treffen, sondern ich möchte möglichst viele Schulen besuchen.


Ich wünsche Ihnen eine erholsame Ferienwoche und viel Kraft für das zweite Schulhalbjahr.


Ihr
Helmut Holter

Schule zukunftsfähig machen

In den ersten acht Wochen im Amt habe ich auf fünf regionalen Foren und dem Thüringer Schulleitertag mit 1.000 Schulleiter*innen über aktuelle und zukünftige Herausforderungen diskutiert. Der Dialog geht weiter. Am 21.10. folgt das Eltern-Schüler-Forum in Erfurt, am 28.10. das große Verbändeforum in Weimar und am 8.11. treffe ich mich mit den kommunalen Schulträgern, um über die Empfehlungen der Kommission "Zukunft Schule" zu sprechen. Zum 1. 10. wurden 2.100 Lehrer*innen verbeamtet, Regelschullehrer*innen werden ab 2018 besser bezahlt. Im ersten Schritt erhalten sie eine Zulage zur A12. Über den zweiten Schritt zur A13 werde ich noch in diesem Jahr die Verhandlungen beginnen. Seiteneinsteiger können leichter eingestellt werden, die Verordnung für deren Nachqualifizierung ist auf der Zielgeraden. Schulleiter*innen werden amtsangemessen lohnt werden. Dafür können sie ab 2018 eine Besoldungsstufe überspringen.

Herzliche Willkommen im Schuldienst

Mehr als 500 neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer starten in diesem Jahr ihre berufliche Laufbahn in Thüringen. Einige von ihnen kamen kamen der Einladung nach und besuchten den diesjährigen Lehrerempfang im Thüringer Bildungsministerium. Neben Poetry Slam und musikalischem Rahmenprogramm gab es vielfältige Gelegenheiten zum gemeinsamen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Ich sage herzlich willkommen im Thüringer Schuldienst, viel Erfolg und vor allem auch Spaß bei Ihrer zukünftigen Tätigkeit! 

Schreiben des Bildungsministers Holter zum Amtsantritt

 

Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen,Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jugendhilfe und Sport,liebe Schülerinnen und Schüler,werte Damen und Herren,

der Sommer hat Veränderungen gebracht. Sie wissen es längst aus den Nachrichten: Der Ministerpräsident hat mich gebeten, die Leitung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zu übernehmen. Das ist eine der interessantesten Aufgaben, die diese Landesregierung zu bieten hat. Ich freue mich darauf.

Damit Sie mich besser kennenlernen können, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen: Ich bin 64 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter. Nach dem Abitur in Halle an der Saale absolvierte ich ein Studium an der Bauingenieurhochschule in Moskau. Als Technologe arbeitete ich in der Region Templin, bis ich 1985 ein postgraduales Studium an der Parteihochschule der KPdSU in Moskau aufnahm. Anschließend war ich bis 1989 in der Abteilung Bau/Verkehr und Energie der SED-Bezirksleitung Neubrandenburg tätig. In den Jahren 1994 bis 2002 sowie von 2006 bis vor wenigen Tagen gehörte ich als Abgeordneter dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern an. In den Jahren 1998 bis 2006 wirkte ich als Minister für Arbeit und Bau sowie später auch Landesentwicklung. Zugleich war ich stellvertretender Ministerpräsident.

Seit Jahresbeginn durfte ich in der vom Thüringer Ministerpräsidenten eingesetzten Kommission „Zukunft Schule“ mitarbeiten. Ich habe hier einen sehr umfassenden Blick in die aktuellen Fragen der Thüringer Bildungspolitik gewonnen. Ich denke, aus diesen Erfahrungen kann ich in die Arbeit im Bildungsministerium viel einbringen. Aber ich scheue mich nicht zu sagen: Auch für einen Bildungsminister ist das Lernen noch nicht zu Ende.

Nicht von ungefähr trägt der Bericht unserer Kommission den Titel „Zukunft Schule“. Solange wir pro Schüler die deutschlandweit höchsten Bildungsausgaben und gleichzeitig viel zu hohen Unterrichtsausfall haben, produzieren wir Unzufriedenheit. Unser Schulsystem muss leistungsfähiger, effizienter und besser werden. Den Weg dahin können wir nur gemeinsam gehen. Wir brauchen eine gesellschaftliche Verständigung darüber, wie sich Schule entwickeln soll. Als verantwortlicher Minister baue ich auf Ihre Meinung, Ihre Anregungen und auch auf Ihre Kritik.

Bildungspolitik erinnert hin und wieder an Fußball: Es gibt viele Tausend Bundestrainer im Land. Nicht jeder Vorschlag ist durchdacht. Aber viel ist auch bedenkenswert, erst Recht, wenn es Vorschläge sind, die von Menschen kommen, die sich auskennen. In den kommenden Wochen wird es einen Werkstattprozess geben, in dem wir uns verständigen wollen, wie die Vorschläge der Kommission umgesetzt werden können. Dazu werden derzeit zahlreiche Veranstaltungen - Diskussionen, Workshops, Tagungen - geplant, die von September bis Dezember stattfinden werden. Ich möchte Sie herzlich einladen: Bringen Sie sich ein. Ihr Sachverstand ist mir wichtig.

Der Werkstatt- und Dialogprozess zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission hat ein klares Ziel: Den Weg zur Thüringer Unterrichtsgarantie abstecken. Deshalb ist auch klar: Auf die Debatten werden Entscheidungen folgen. Die Diskussion ist kein Selbstzweck. Nicht alle Entscheidungen werden allen gefallen. Aber ohne Entscheidungen gibt es keine Entwicklung.

Wenn ich von Bildung rede, meine ich ausdrücklich auch die frühkindliche Bildung. Dass ich jetzt daran mitwirken kann, mit dem Kindergarten eine originäre Idee aus Thüringen weiterzuentwickeln, finde ich sehr reizvoll. Und natürlich begrüße ich die mit der Bildungsfreistellung neu geschaffenen Möglichkeiten in der Weiterbildung.

Neben dem Werkstattprozess wird die geplante Schulgesetznovelle eine weitere Baustelle für die kommenden Monate sein. Hier werden uns insbesondere die Fragen der weiteren Schritte bei der Umsetzung der Inklusion im Thüringer Schulwesen beschäftigen. Im Bereich des Sports freue ich mich nicht nur auf das Thema Oberhof. Der Biathlon-Weltcup im vergangenen Winter war wieder ein riesiger Erfolg. Mit 40.000 Zuschauern hatten die Veranstalter gerechnet, 60.000 sind gekommen. Mir wurde von der großen Begeisterung und von der tollen Atmosphäre am Grenzadler berichtet. Gleichwohl weiß ich, dass hinter diesen sportlichen Großereignissen viel Arbeit steckt. Wir sollten uns aber auch Gedanken machen, wie Oberhof über den Winter hinaus attraktiver werden kann. Hier möchte ich gerne anpacken. Auch im Themenfeld Jugend sind interessante Vorhaben in der Umsetzung - etwa die Landesstrategie Mitbestimmung junger Menschen - die ich gerne unterstützen möchte.

Ich verspreche Ihnen, mich mit ganzer Kraft für die Bürgerinnen und Bürger in Thüringen einzusetzen. Dabei bin ich mir der großen Herausforderungen sehr bewusst - und bereit, diese nach intensiven Diskussionen mit Entscheidungsstärke anzugehen.

Freundliche Grüße
Ihr Helmut Holter

Zukunft Schule

Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte mich im Januar 2017 in seine Kommission "Zukunft Schule" berufen. Heute hat die Kommission in der Thüringer Staatskanzlei ihren Bericht dem Ministerpräsidenten übergeben und Verbänden, Vereinen und Gewerkschaften vorgestellt. Auch auf einer Pressekonferenz stießen unsere rund 60 Empfehlungen auf großes Interesse. Mit dabei u.a. Staatssekretärin Gabi Ohler vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Den Bericht finden Sie hier